Die Wiedervereinigung - oder Deutsche Einheit


Die Deutsche Wiedervereinigung ist streng gesehen eigentlich der Prozess, der mit der Eröffnung des ersten Grenzübergangs am 9. November 1989 begann und mit dem heutigen Nationalfeiertag dem 3. Oktober 1990 endgültig besiegelt wurde.

Nach und nach wurde in den Wochen und Monaten das Ende des Soialismus bestimmt. Die Gesetze lockerten sich im Osten und von der strengen SED-Politik war langsam nichts mehr zu spüren. Viele Bürger die aus der DDR in den Westen ausgereist waren, konnten wieder in ihre alte Heimat in den Osten zurück und endlich nach den freien Westdeutschen Gesetzen leben.

Zwar war der 3. Oktober der eigentliche Tag der Wiedervereinigung, jedoch dauerte die wirtschaftliche und strukturelle Angleichung des Ostens an den Westen noch Monate und Jahre nachher an. Bis heute findet sich in der ehemaligen DDR noch das eine oder andere Merkmal, das an die Strenge von Damals erinnert, jedoch lief und läuft auch heute noch die Angleichung nahezu reibungslos und unmerklich. Gesetze und Verfassungsänderungen wurden in den darauffolgenden zwei Jahren an den Westen angeglichen.

Viele Menschen erlebten die Wiedervereinigung – ob live oder über Rundfunk und Fernsehen – mit dem Hissen der Nationalflagge der Bundesrepublik, dem Spielen der Deutschen Nationalhymne und dadurch, dass der damalige Bundespräsident Richard von Weizsäcker die neuen Gesetze vorgelesen hat. All dies ereignete sich vor dem Reichstagsgebäude in Berlin. Von da an war es den Ostdeutschen Bürgern möglich, frei ihre bevorzugte Regierung zu wählen.


Wirtschaftliche und strukturelle Wiedervereinigung

Wie bereits erwähnt gilt dieser Tag als eigentlicher Wiedervereinigungstag. Der Vereinigungsprozess an sich dauerte noch Jahre an. Schließlich war es nicht von heute auf morgen möglich, das strenge Regime des Sozialismus aufzulösen. Wirtschaftliche wie politische Änderungen mussten vorgenommen werden.

Zwar hatten die Bürger der ehemaligen DDR nun viele Freiheiten, die sie genießen konnten, jedoch aber auch zahlreiche Pflichten denen sie folgen sollten. So war mit der Wiedervereinigung die staatliche Sicherheit – die die Politik von Ostdeutschland den Bürgerinnen und Bürgern gewährte – weg.

Schwierigkeiten bei der Angleichung von Ost an West wurden ganz schnell deutlich. Die zurückgebliebene Wirtschaft im Osten brach schlichtweg vollständig zusammen. Ostdeutschland musste vom Westen wieder aufgerichtet werden. Zahlreiche Arbeitslose kamen aus den neuen Bundesländern nach Westen um dort eine Beschäftigung zu finden und somit sich selbst und ihre Familien versorgen zu können.

Um hier ein Gleichgewicht von Ost und West herzustellen wurden zahlreiche Menschen aus Westdeutschland in den Osten versetzt, um dort die westdeutsche Struktur einzuführen und den Bürgern in Ostdeutschland westdeutsche Wirtschaft beizubringen.


Die Mauer in den Köpfen

Die Teilung existiert leider noch in vielen Köpfen der Menschen, die gerade in der geteilten Zeit Deutschlands aufgewachsen sind. Was in einigen Wochen und Monaten per Gesetz vollzogen wurde, bedarf bis heute eindringlicher Arbeit bei jedem Einzelnen um möglichst schnell ein einheitliches Deutschland wahr werden zu lassen. Die ersten Schritte wurden mit der Grenzeröffnung und der Wiedervereinigung getan, nun liegt es an jedem Einzelnen auch emotional Deutschland wieder eins werden zu lassen. Die Statistiken beweisen, dass dies auf dem besten Weg der Besserung ist und sicher wird in absehbarer Zeit die einschneidende Teilung – die mit dem Ende des zweiten Weltkriegs begann – in den Köpfen und Herzen der Bürgerinnen und Bürger Deutschlands nur noch Geschichte sein – so wie wir ihr jedes Jahr am 3. Oktober gedenken.

Die Wiedervereinigung, die mit einem strahlenden Feuerwerk in ganz Deutschland gefeiert wurde – und bei zahlreichen Menschen gemischte Gefühle hervorruft – ist das Beste was der Bundesrepublik jemals passieren konnte. Man möge hier nur an die vielen Tränen in den Augen denken bei denen, die nach diesen vielen Jahrzehnten ihre Familien wieder in die Arme schließen konnten.

Für die wirtschaftliche und strukturelle reibungslose Wiedervereinigung sind die Politiker verantwortlich, die alles Menschenmögliche unternehmen werden durch ihre Angleichung der Gesetze, um weiterhin den Aufschwung in Ostdeutschland voran zu treiben. Eine wichtige Stütze, die den Menschen im Osten zu Gute gekommen ist, war das so genannte Begrüßungsgeld, das jeder, der nach Westdeutschland gekommen ist, erhalten hat als kleine Starthilfe.

Wie sehr auch Ostdeutschland ihren Teil zur Wiedervereinigung beiträgt sieht man an vielen Kleinigkeiten. So kennt zum Beispiel jeder Bundesbürger in Westdeutschland das legendäre Sandmännchen, das ein originales DDR-Produkt ist. Die Vergangenheit des Ostens darf ruhig in den Herzen der Menschen bestehen bleiben, sofern die Erinnerungen freudig sind und ein Lächeln herbeizaubern. Ob man hier nun an die erstklassigen Sportler denken mag, die der Osten geschaffen hat oder an die vielen Musiker die den Leuten im Westen verborgen geblieben wären, wenn die Mauer noch stehen würde und das strenge Kommando der SED regieren würde.