Vielen Bundesbürgern der Bundesrepublik Deutschland war bis zum Jahre 1990 der 17. Juni als
Nationalfeiertag „Tag der deutschen Einheit“ bekannt. Damals gedachte man eines Volksaufstands in
der damaligen Deutschen Demokratischen Republik. Seit dem Jahr 1990 hat das vereinte Deutschland
wieder einen Nationalfeiertag, welcher sich ebenfalls „Tag der Deutschen Einheit“ nennt. Seitdem
gedenkt man der Wiedervereinigung von Ost- und Westdeutschland nach dem Fall der Mauer.
Der Unterschied zwischen diesen beiden Feiertagen liegt nicht nur in der Bedeutung. Viele Menschen
glauben, dass es sich um ein und dieselbe Bezeichnung handelt, dabei schrieb man den Nationalfeiertag
am 17. Juni mit Tag der deutschen Einheit während man den aktuellen Feiertag als Tag der Deutschen
Einheit beschreibt. Der Unterschied liegt in dem Buchstaben „d“. Am 17. Juni war man mit dem Aufstand
in der DDR in Westdeutschland einer Meinung. Man war sich einig und wollte dies als gesamtdeutsche
Einheit bezeichnen. Genau darum wurde deutsche damals mit einem kleinen „d“ geschrieben. Da es sich
beim Nationalfeiertag am 3. Oktober seit 1990 um eine deutsche Vereinigung handelt, also die
Wiedervereinigung der Nation, wird der Tag der Deutschen Einheit mit einem „D“ geschrieben.
Logischerweise eignete sich der Tag, an dem die gesamtdeutsche Einigung gesetzlich beschlossen wurde
als idealer Feiertag für das ganze Land. Man möchte nun denken, dass sich doch der Tag, an dem sich
die Grenzen öffneten viel besser für den Nationalfeiertag eignen würde. Dies wurde damals durchaus
auch in Erwägung gezogen. Doch leider hat der 9. November einiges an negativer Geschichte in sich,
so dass man sich dann auf den 3. Oktober geeinigt hat.
Die Geschichte verzeichnet am 9. November zwei Ereignisse, die es praktisch unmöglich machten – wegen
der Datumsgleichheit – diesen Tag zum gesamtdeutschen Nationalfeiertag zu erklären. Zum einen war
am 9. November 1923 der Hitler-Ludendorff-Putsch und im Jahre 1938 die Reichskristallnacht. Beide
Ereignisse waren einschneidend für die deutsche Entwicklung im negativen Sinne. Daher sah man es
als ungeeignet an, den Tag der Grenzöffnung als eben diesen Einheitstag zu ernennen.
In den Zeiten der schlechten Wirtschaftsstabilität hat der im Jahr 2004 regierende Bürgermeister Gerhard
Schröder öffentlich geäußert, den Tag am 3. Oktober abzuschaffen und stattdessen auf den ersten Sonntag
im Monat Oktober zu verlegen. Nach heftigen Diskussionen wurde dieser Wunsch allerdings schnell beiseite
gelegt, da man dem Kanzler mangelnde Ernsthaftigkeit an der Ehre dieses Tages nachsagte.
Der „Tag der Deutschen Einheit“ ist der einzige Feiertag, der bundesweit beschlossene Sache ist und per
Gesetz festgelegt wurde als Nationalfeiertag. Alle anderen Feiertage sind von der Regierung des jeweiligen
Bundeslandes abhängig.
Eigentlich hätte man diesen denkwürdigen Feiertag aus rechtlicher Sicht eher auf den 23. September legen
können, denn an diesem Tag hörten im Jahre 1990 die Ostdeutschen Gesetze auf zu wirken. Da man aber
nicht nur einen gesetzlichen, sondern auch emotionalen Feiertag für Gesamtdeutschland haben wollte, einigten
sich die Regierungsoberhäupter auf eben diesen 3. Oktober, da hier zum allerersten Mal die neuen Gesetze
für Gesamtdeutschland veröffentlicht wurden und somit für Jedermann die Wiedervereinigung in Kraft
getreten war – wenngleich dies auch schon einige Wochen vorher aus gesetzlicher Sicht der Fall
gewesen war. Man wollte mit diesem Datum den Bürgerinnen und Bürgern eben veranschaulichen, dass genau
der Tag, an dem Ost und West offiziell ohne Grenzen und ohne eine trennende Mauer Zusammengehörigkeit
bewiesen hat.
Der 17. Juni wurde ab diesem Zeitpunkt abgeschafft und der 3. Tag im Oktober als gesamtdeutscher
Gedenktag erklärt. Doch nicht nur der in der Bundesrepublik bestehende bisherige Nationalfeiertag
wurde ersetzt, sondern auch im Osten wurde der – bis dahin geltende – Nationalfeiertag – der Tag
der Republik abgelöst.
Der Osten feierte mit dem Tag der Republik – ihrem Nationalfeiertag – am 7. Oktober. Sie gedachten
an den Tag, an dem sich die Deutsche Demokratische Republik auf Sowjetischem Boden aufbaute.
Der „Tag der Deutschen Einheit“ wird in gesamt Deutschland mit zahlreichen Feierlichkeiten und
Kundgebungen zelebriert. Die bedeutendste Feier findet aber in Berlin am Brandenburger Tor statt, wo
schon damals die Einigung stattgefunden hat. Zahlreiche Politiker und Bundesbürgerinnen und
Bundesbürger pilgern an diesem Tag zum Wahrzeichen Berlins und der Bundesrepublik.
Zeitgleich wird jedes Jahr in einer anderen deutschen Stadt der Nationalfeiertag groß gefeiert als
Zeichen für die Zusammengehörigkeit von Ost und West.