Sicher wird im Jahr 2010 der Tag der Deutschen Einheit auch wieder ein großartiger Feiertag zum
Gedenken an den Mauerfall im Jahr 1989 werden. Da sich die Gesetzgebung für Ost und West erst im
Jahre 1990 zusammengefügt hat, feiern wir im Jahr 2010 den 20. Tag der Deutschen Einheit.
Dies ist ein guter Grund, um auf die letzten zwei Jahrzehnte der gesamtdeutschen Entwicklung
zurückzublicken. Die Wirtschaftskrise hat auch vor Deutschland nicht Halt gemacht und so wurde es
in den letzten Jahren nicht nur für Ostdeutschland schwierig, sich endlich dem westdeutschen
Standard anzupassen, sondern auch der Westen hat mit seinen Problemen zu kämpfen. Niedriglöhne,
Kurzarbeit und steigende Arbeitslosenzahlen sind nicht nur in den neuen Bundesländern zu einem
alltäglichen Thema seit der Wiedervereinigung geworden.
Auch der goldene Westen hat in den letzten Jahre immer mehr und mehr mit der wirtschaftlichen
Entwicklung zu kämpfen. Während die neuen Bundesländer in den letzten Jahren damit zu tun hatten,
endlich die vor zwei Jahrzehnten gewonnene Freiheit und Selbständigkeit zu beherrschen, muss der
Westen immer mehr und mehr damit kämpfen den gewohnten Lebensstandard aufrecht zu erhalten.
Blickt man nur einmal in die Autoindustrie. Die großen Wirtschaftszeitungen boten sich gegenseitig
Konkurrenz, welcher Konzern von wem aufgekauft wurde, weil er aus eigenen Mitteln nicht mehr
finanziert werden konnte.
Der Osten hingegen beheimatet immer mehr große Industrien, da hier die Arbeitskraft noch weniger
Geld kostet und somit die Industrie an jeder Ecke Geld zu sparen versucht. Die Bürger in den neuen
Bundesländern haben damit zu kämpfen, sich in der schweren wirtschaftlichen Situation sich dem
westlichen Standard anzupassen, um in genau den neu stationierten Industrien als Arbeitskraft zur
Verfügung zu stehen. Wenn dies nicht erreicht wird, hat dies zur Folge, dass immer mehr
Westdeutsche in den Osten fahren um dort ihr Geld zu verdienen. Dieser Verdienst ist allerdings
an ostdeutschen Standard angepasst und somit noch immer um ein schönes Stück niedriger als im
Westen. Folgerichtig haben die Wessis zuhause weniger Geld zum Ausgeben und die Wirtschaftskrise
nimmt weiter ihren Lauf.
Das Ergebnis daraus ist, die Kluft zwischen Ost- und Westdeutschland könnte weiter aufklappen.
Bei allen wirtschaftlichen Problemen darf aber eines nicht vergessen werden. Auch 20 Jahre nach dem
ersten Tag der Deutschen Einheit ist Deutschland ein vereintes Land, das gemeinsam an einem Strang
ziehen muss. Selbst wenn es schwer fällt in schwierigen Zeiten daran zu glauben, so sollte sich
jeder Einzelne die Freude und die Feierlichkeiten, die am 9. November 1989 bei der Grenzeröffnung
zu sehen und zu spüren war vor Augen halten, als endlich aus einem geteilten Deutschland wieder
eine vereinte Nation geworden ist. Ein Land, das sich damals versprochen hat gemeinsam jeglichem
Sturm zu widerstehen.