Wie jedes Jahr wurde auch im Jahre 2007 der Tag der Deutschen Einheit in einer großen Bundesdeutschen
Stadt gefeiert. 17 Jahre nach der Gesetzgebung zum Tag der Deutschen Einheit war endlich einmal
eine Ostdeutsche Stadt damit beschäftigt, die Feierlichkeiten zum Jahrestag der Wiedervereinigung
auszurichten.
Auch in diesem Jahr stand der Vergleich Ost und West, sowie die Wünsche und Erwartungen für die kommenden
Jahre im Diskussionsvordergrund. Leider sind beinahe 50 Prozent aller Ostdeutschen noch immer nicht so ganz
zufrieden mit der Erfüllung ihrer Erwartungen nach der Wende.
Aber alleine, dass 2007 eine ostdeutsche Stadt die Heimat für die große Feier zum Jahrestag der Deutschen
Einheit wurde, bewies, dass endlich auch der Osten an die hohen Anforderungen herantreten kann. Nachdem
bereits im Jahr 2006 sogar eine ostdeutsche Stadt als Austragungsort für die Fußballweltmeisterschaft den
Ansprüchen gerecht wurde – nämlich Leipzig, war es 2007 Schwerin wo ein berauschendes Fest mit einem
sagenhaften Feuerwerk und zahlreiche Politiker und Prominente begrüßte.
In beeindruckenden Reden wurde auch 2007 der alljährliche Vergleich zwischen Ost und West – zwischen
Erwartungen und Erfüllung dieser Wünsche – dargelegt. Deutlich wurde, dass gerade die schulische
Bildung der ostdeutschen Schüler noch sehr der westdeutschen hinterher hinkt. Dies liegt aber
vermutlich daran, dass die Lehrmittel auf sehr altem Niveau sind. Bücher und Lehrmaterialien müssen
unbedingt an den Westen angeglichen werden. Nur so wird garantiert, dass auch in den neuen Bundesländern
fähige Arbeitskräfte heran wachsen.
An schulischen Möglichkeiten liegt es nicht, dass Ostdeutschland den Sprung auf den westdeutschen Zug noch
nicht geschafft hat. So bietet z. B. die Universität in Leipzig durchaus interessante Studienfächer an. Wenn
allerdings der intellektuelle Grad von Westdeutschland erreicht werden soll, so sollte die nächste finanzielle
Spritze für den Osten in die Bildung gesteckt werden. Dann ist es möglich, den Kreis zu schließen und es müssen
nicht westdeutsche Arbeitskräfte nach Ostdeutschland kommen um mit ihrem Fachwissen den Teil des Landes nach
vorne zu bringen, denn dann finden sich geeignete und versierte Fachleute auch in der näheren Umgebung und
der Osten erreicht so den Standard, den sich alle nach der Wiedervereinigung gewünscht haben.
Der Tag der Deutschen Einheit soll dazu genutzt werden, der Deutschen Einheit zu gedenken und jedes Jahr aufs Neue
die Wünsche und Ziele von Damals vor Augen zu halten. Deutschland geht seit 1990 gemeinsam in die Zukunft. Genau
diese Gemeinsamkeit müsste sich mit einer Ehe vergleichen lassen. Zusammen in guten wie in schlechten Zeiten.